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Hochseereisen und Regattaserien. Die Berichterstattung darüber kann man  woanders nachlesen. Aber einer dieser Preise findet unsere besondere Aufmerksamkeit und Anteilnahme: Der Franz-Perlia-Seefahrtspreis der Jugend, eine dynamisch wirkende Skulptur, besser bekannt unter dem Namen „der rasende Backschafter“, wurde Kristine Brügge und Nora Anders (SVAOe und SCOe) zuerkannt für ihre großartige Ostseereise in diesem Jahr. Herzlichen Glückwunsch!

rasender backschafterWir erinnern uns: Die „Ostseemädels“, wie sie sich selbst nannten, kamen Ende August von ihrer fast fünfmonatigen Rundtour um die Ostsee zurück. Ein ansehnlicher Kreis aus Familie und Freunden nahm sie im Yachthafen Wedel in Empfang. Auf der Mitgliederversammlung am 28. September haben sie bereits ausführlich über ihre Erlebnisse berichtet. Selten hat man den Saal so voll gesehen. Es war auch wirklich eine tolle Leistung, die die beiden jungen Frauen vollbracht haben. Und sie haben sie sehr sympathisch dargestellt. Alle waren begeistert.

Fassen wir noch einmal in Kürze zusammen:

Stine und Nora haben 2009 ihr Abitur gemacht und waren sich einig, dass sie erstmal „so richtig segeln“ wollten, bevor der Ernst von Studium und Berufsausbildung losgeht. Sie wussten ohnehin noch nicht so ganz genau, was sie machen wollten. Auch zu einer Entscheidungsfindung über ihre künftige Entwicklung sollte die Tour mithelfen.

Zunächst wurden Pläne gemacht, wohin gesegelt werden sollte. Dann musste Geld verdient werden, um ein Boot und die Zeit an Bord zu finanzieren. Alles fügte sich nach Plan. Von einem Onkel wurde eine Duet 24 gekauft, die für das Vorhaben geeignet war. Dann ging es den Winter über an die Ausrüstung und die erforderlichen Umbauten. Viel Arbeit war notwendig. Nicht zuletzt wurden auch die Führerscheine gemacht, die man für die in Aussicht genommenen Gewässer haben sollte.

Anfang April 2010 war die Taufe, und am 17.April ging es unter Winken und Tuten, beladen mit Abschiedsgeschenken, auf die große Reise. Der Frühling hatte nur nach dem Kalender eingesetzt. Aber trotz des kühlen Wetters ging es sehr gut voran. Wir berichteten in Nachrichten 3/2010. Bereits am 1. Mai sind die beiden in Kolobrzeg (ehemals Kolberg) in Polen, dann geht es nach Danzig, und Mitte Mai wird bei viel Wind, hoher See und dickstem Nebel Klaipeda (früher Memel) erreicht. Uff, das ist eine Erholung in den Dünen der Kurischen Nehrung wert. In vielen kleinen Etappen werden anschließend die Insel Saarema (früher Ösel), Riga, die estnischen Schären und Tallin besucht. In Zwischenberichten werden die baltischen Gewässer, Landschaften und Städte begeistert geschildert. Auch Mitsegler trifft man, die auf ähnlicher Route sind. Von Einsamkeit keine Spur.

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Dann geht es auf die skandinavische Seite der Ostsee. Zunächst wird der Sprung nach Helsinki gemacht, das die Mädchen sehr beeindruckt und dann entlang der finnischen Küste in das Schärengebiet um Turku. Hier herrscht richtiger Hochsommer, der zum Ankern, Baden und Trödeln einlädt. Der ursprüngliche Gedanke, noch weit nordwärts in den Bottnischen Meerbusen zu gehen, fällt den schwachen Winden zum Opfer. Der Motor, ein Outboarder, ist für lange Strecken nun mal nicht geeignet. Die Halterung zeigt ohnehin schon Schwächen.

Schritt für Schritt geht es durch die tausend Inseln der Ålands bis nach Mariehamn, dann durch die schwedischen Schären nach Stockholm. Hier herrscht mal wieder richtig Leben, was die beiden vielleicht doch inzwischen ein wenig vermisst haben. Ein netter Helfer flickt die Motorhalterung. Aber Nettigkeit reicht nicht, denn sie geht wieder kaputt.

Weiter führt der lange Weg entlang Schwedens Ostküste. Die Zeit zieht sich. Mit der schwedischen Südküste werden bekannte Gefilde erreicht. Langsam neigt sich der Sommer dem Ende zu. Aber eine Verabredung muss noch eingehalten werden. Die SVAOe-Junioren nehmen mit „Hungriger Wolf“, „Juelssand“, „Luv“ und „Tinto“ an den Swedish Open und an der Weltmeisterschaft der J 24 in Malmö teil. Da wollen die Mädchen hin und Beistand leisten, was ihnen gelingt, und was auch, zumindest teilweise, Erfolg bringt.

Nun geht es auf Ende August zu. Jetzt schon nach Hause? Nein. Sie segeln durch den Öresund nach Norden, über das Kattegat und an der jütländischen Küste wieder nach Süden, bis sie deutsche Gewässer und schließlich die Elbe erreichen. Am 28. August 2010 läuft „Tilda“ mit Stine und Nora in den Hamburger Yachthafen in Wedel ein, alle Gastlandflaggen stolz gesetzt. Eine große Menge von Freunden erwartet sie mit Beflaggung, Geschenken, Willkommensschildern und einem anhaltenden Getute auf Signalhörnern.

Das habt Ihr gut gemacht, Mädchen! Alles ist heil geblieben, bis auf die Motorhalterung, aber auch dafür fand sich schließlich Ersatz. Eine Fülle von Erlebnissen und viele Erfahrungen werden für zwei lange Seglerleben vorhalten. Und auch für die beruflichen Wünsche ist der Weg gefunden. (Fotos http://www.klaus-hering.de/sk_abend/target15.html (2), Nietsch (1) )

 

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