album18.jpg

SVAOe Logo

Neumühlen 21
22763 Hamburg
Tel 040 - 881 14 40
Fax 040 - 880 73 41
info@svaoe.de



29.9.2016 Webredaktion

Unter dem Motto „ von der Alster auf die Elbe“ gibt es seit einigen Jahren verschiedene Wochenendaktivitäten auf der Segelyacht „Now“. Der Name der Yacht ist bei allen Aktivitäten Programm, seien es kurze oder längere Fahrten auf der Unterelbe bis in die Nordsee oder Tagestörns mit Manövertraining.
Ein Törn im letzten Juli ist mir in besonderer Erinnerung geblieben. Und dass nichts zuletzt durch einen Kunstgriff, der es erlaubte die fünf Tage in der Erinnerung zu verdoppeln. Wie man das macht? Ganz einfach: Möglichst wenig Schlaf auf möglichst viele Tage verteilen…
Los ging es an einem Mittwoch. Skipper Holly und Mittseglerin Claudia erwarteten mich am Abend im Hamburger Yachthafen in Wedel. Sie waren bereits am Nachmittag von Finkenwerder in den nächsten Hafen Elbabwärts motort. Der Abend war für den Hamburger Sommer selten: Warm, sternenklar, mit vollem Mond. Entsprechend lange wurde der Abend und kurz die Nacht.
Mit Sonnenaufgang ging es dann am Donnerstag früh los, die Tide mitnehmend fuhren wir elbabwärts vorbei an Pagensand, Glückstadt etc. mit Richtung Helgoland. Gegen unseren ursprünglichen Plan in Cuxhaven die nächste Tide abzuwarten, ankerten wir vor „Medem Grund“ und nutzen die Mittagshitze für eine ausgehdehnte Siesta. Am späten Nachmittag ging es dann unter Genua und Großsegel relativ flott über die Nordsee. Mit den letzten Strahlen der untergehende Sonne waren wir kurz vor Helgoland und mit einbrechen der Nacht schließlich fest. Wie es sich für Helgoland gehört im sechser Päckchen. Unser Nebenlieger war bereits zu Bett und fragte nach kurzer Zeit ob alles in Ordnung wäre. Wir bejahten und wünschten eine gute Nacht. Obwohl der Tag recht lang war, ließen wir uns das Einlaufbier noch schmecken.
Um sechs Uhr am nächsten Morgen, hieß es dann schon wieder antreten. Das Ab- und Anlegemanöver absolvierten wir dann gemeinsam mit unserem Nebenlieger, der sich als famoser Nachbar entpuppte. So legten wir kurzerhand gemeinsam ab und gleich wieder, eine leere Box weiter, an. Das Hantieren mit den Leinen konnten wir ihm überlassen, schließlich wollte er mit seinen Hunden, darunter zwei Welpen, direkt am Steg liegen. Wir nahmen es gelassen und ich kurz darauf noch eine Mütze voll Schlaf.
Gegen Mittag fuhren wir in den Dieselhafen um Treibstoff zu bunkern. Geduldig reihten wir uns in die Schlange der wartenden Schiffe ein. Nach knapp zwei Stunden war die gesamte Prozedur erledigt und wir wieder fest. Nach einem sehr kleinen Inselbummel, bei dem wir uns mit allem Notwendigen eingedeckt hatten, reifte der Plan noch heute Abend dem kargen Felsen den Rücken zu zukehren und in der Elbmündung Neufeld anzusteuern. Die Planung sah vor, gegen 18 Uhr auszulaufen und knapp 12 Stunden später Neufeld zu erreichen. Der Wind war schwach vorhergesagt, dennoch ließen wir uns nicht beirren, den Plan in die Tat umzusetzen. Der nette Nebenlieger von der letzten Nacht bot sich an, als Mann vom Fach, den Motor der „Now“ einem schnellen Check zu unterziehen. Unser Skipper konnte nicht nein sagen und so kamen wir gerade noch pünktlich aus dem Hafen. Unter Gennaker und Großsegel ging es erst recht zügig und dann immer langsamer Richtung Elbmündung. Mit dem Einsetzen der Dunkelheit flaute der Wind dann fast ganz ab und wir entschlossen uns unter Motor den Plan weiter voran zu treiben Neufeld im Morgengrauen zu erreichen. Schnell ging ich nun in die Koje um noch ein wenig Schlaf zu bekommen. Ab 2 Uhr stand ich dann am Ruder. Wir waren gut im Zeitplan und bereits kurz vor Cuxhaven.
Der Morgen graute langsam, kurz vor Neufeld kam Nebel auf, der uns die Einfahrt fast eine Stunde komplett zudeckte. Gerade noch rechtzeitig schaffte die aufgehende Sonne es die Schwaden zu vertreiben und auch der leichte Windhauch half die Fetzen auseinander zu treiben. Die dicht gesetzten Pricken, wiesen die idyllische kleine Zufahrt nach Neufeld, vorbei an unzähligen Wasservögeln, später mitten durch das dichte Schilf. Ein passender Platz an der Spundwand war nicht mehr frei also legten wir uns kurzerhand längsseits an eine mit dem Mast angebundene Kielyacht an. Die Crew konnten wir dann auch kurz darauf zum Morgen begrüßen. Gerne halfen wir mit Milch für den Kaffee aus, während wir uns von der nächtlichen Tour entspannten. Schließlich zog es uns doch in die Koje.

Am frühen Nachmittag wollten unsere Nebenliegen mit einsetzender Tide los, für uns also wieder Zeit an Deck zu stehen.

Die Sonne brannte unermüdlich und wir konnten, inmitten der sonntäglichen Ruhe, der Dorfjugend beim Springen in das Hafenbecken zuschauen. Das Getobe der kleinen Gruppe vertrieb uns den Nachmittag bis wir im Gasthaus bei Fischgerichten, die Aussicht genießend, den Abend entspannt ausklingen ließen.
Natürlich liefen wir am nächsten Morgen wieder vor Sonnenaufgang aus und steuerten rasch elbaufwärts. In Glückstadt war dann Zeit für Mittagessen und eine kurze Mittagspause in der wir durch kubanische Klänge vom lokalen Kulturfest eingelullt wurden.
Das weitere Ziel der Tagesetappe war die Insel Hanskalbsand, hinter der wir ankerten und die Nacht verbrachten. Die Wochenendbesucher waren bald alle verschwunden und so kurz vor Hamburg breitete sich rasch himmlische Ruhe aus. Leider gefiel es den Mücken in dieser idyllischen Gegend genauso gut wie uns.
Am Montagvormittag blieb noch Zeit für Handarbeit. Einigen Leine und Schoten brauchten neue Taklinge und auch der Salon und die Pantry wurden fit für die nächste Reise gemacht. Am frühen Nachmittag erreichten wir Finkenwerder und damit das Ende der kurzen Reise.

Jakob Ungerer

 

© 2009 - 2018   SVAOe - Segler-Vereinigung Altona-Oevelgönne e.V.  - Datenschutzerklärung - Impressum