| Absegeln 2010 |
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In diesem Jahr war nun rein gar nichts Abschreckendes angekündigt. Ein Hoch über Osteuropa mit einer allerdings etwas verdächtigen Warmfront über Norddeutschland versprach frische südöstliche Winde mit gerade noch annehmbaren Temperaturen und ein paar Schauern. Kein „goldener Oktober“ war angesagt, aber doch ganz brauchbares Abschluss-Segelwetter. So kam es und so blieb es. Wer am Sonnabend Vormittag nach Glückstadt auslief, hatte eine schnelle Reise. Zum Kalt-werden blieb keine Zeit. Die Elbe war noch einmal fast weiß von Segeln. Nicht nur die SVAOe-er trieb es nach Glückstadt, sondern auch noch andere Vereine. Der Hafen wurde richtig voll. Aber unsere Stander waren in der Überzahl. Wir wissen zwar, dass es Orte gibt, wo das nicht so gerne gesehen wird. Hier jedoch fügten sich alle friedlich zusammen, und der kassierende Hafenmeister war überaus freundlich. Schon bei halber Ebbe war bei dem Ostwind viel Wasser aus dem Hafen gelaufen, so dass mancher schöne Liegeplatz nur von Frühkommern erreicht werden konnte. An Ponton und Spundwand wurden dicke Päckchen gebildet. Das ungewöhnliche Niedrigwasser war vielleicht auch das einzige „Besondere“ dieses Absegelns, das einige Boote schon im Kartoffelloch auflaufen ließ. Unter den Decks wurde es im Hafen voll und gemütlich. Wer eine Heizung hatte, zündete sie an. Überall bildeten sich „cluster“. Als es Abend wurde, versuchten sich alle irgendwo zu stärken, und anschließend war das Ziel die „Alte Oper“, wie in jedem Jahr. Man müsste nachlesen, wann diese Lokalität zum ersten Mal für das SVAOe-Absegeln gewählt wurde. Das muss schon eine Reihe von Jahren her sein. Seitdem ist eine Alternative nicht in Betracht gezogen worden. Offensichtlich eine glückliche Wahl. Bowling-Freunde, Raucher (Nichtraucher hatten es schwerer), Trinker, kreisbildende Erzähler, Schweiger, Zuhörer, Kinder und Erwachsene bis ins hohe Alter finden hier eine gemeinsame Stätte. Etwa 60 SVAOe-er jeden Alters, die Hälfte davon immerhin unter „Jugend“ einzustufen, wurden gezählt. Die Anziehungskraft der „Philomena“ auf junge Leute ist „philomenal“. Nein, ein „Alte-Herren-Verein“ ist die SVAOe nicht. Auf der Bowlingbahn polterte es bis spät in die Nacht. Der Tresen war umkämpft, und selbst im „Ruheraum“ waren alle Stühle besetzt. Und das Schönste war: Alles ging von alleine. Keine Reden, keine Ansprache, kein Abgesang auf die Saison. War auch keiner da, um sich in Position zu bringen. Weder Festausschuss, noch Vorsitz. Es hätte auch keiner zugehört. Es war einfach schön. Wer war nun alles gekommen? „Benedictus“ (Torstrick), „Bonito“ (Glimm), „Circle“ (Raschdorf), “Cool Runnings” (Schütt), “Eloise” (Harms), “Eule” (Mackens), “Fierboos” (Körner), “Judy” (Bruhns), “Lord Jim” (Lyssewski), “Luise” (Lunau), “Merlin” (Wolters), „Napoleon“ (Stock), „Otium“ (Nietsch), „Papetion“ (Thönnessen), „Pax“ (Stryi), „Philou“ (Dahm), „Philomena“ (Schütt), „Pievel“ (Hauschildt), „Ratz-Fatz“ (Becker), „Spanvogel“ (Pulver), „Svea“ (Treu), „Swift“ (Gustafsson, Körling), „Tentakel“ (Müller), „Wasserhahn 2“ (Hahn) – 24 Yachten also, eine schöne Auswahl der SVAOe-Flotte, wenn man die fortgeschrittene Jahreszeit berücksichtigt. Wer am Sonntag Morgen ein wenig zu lange schlief, musste Sorge haben, gegen den frischen Südost noch mit der letzten Flut nach Wedel zu kommen. Der eine oder andere Kater wurde schnell aus dem Kopf geweht. 4-5 Windstärken, manchmal an 6 herangehend, machten fast überall ein Reff und kleine Vorsegel erforderlich. Auch ein Regenschauer kam dazwischen. Wetter zum Abgewöhnen? Nein, ein erfrischender Abschluss der Saison. So empfand es wenigstens der Verfasser.
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4.10.2010, Götz-Anders Nietsch. Irgend etwas passiert eigentlich immer, wenn die SVAOe absegelt. Im letzten Jahr war es der Sturm, der ein beachtliches Hochwasser mitbrachte und vielen noch in Erinnerung ist. Überhaupt war unser Absegelwetter vom Vergnügungsausschuss noch nie so richtig gelungen ausgesucht. Aber wen stört das. Anfang Oktober zeigt die Elbe meist schon ein verdrießliches, herbstliches Gesicht. Wer sich dann zum Absegeln aufmacht, muss auf allerlei vorbereitet sein. Und diejenigen, für die es so eine Art „Ehrenpflicht“ ist, die abgelaufene Segelsaison mit einer gemeinschaftlichen Zusammenkunft zu beenden, schrecken vor nichts zurück. Manchmal hatte man in der Vergangenheit den Eindruck, je scheußlicher das Wetter, desto entschlossener zur Teilnahme waren die Segler.