Absegeln 2008 Drucken

Sturm, Regen, fröhliche Gesichter

Szene von der Elbe-Ausklang Regattaim Oktober 2008, von Götz-Anders Nietsch. Der Festausschuss hatte das diesjährige Absegeln auf ein ungemütliches Wochenende gelegt und sich gleich selbst für sein Fernbleiben entschuldigt. Auch der Vorsitzende hatte erklärt, dass diesmal dringende Familienangelegenheiten vorgingen. Das ficht natürlich die Mitglieder nicht an. Sie trotzen allen Widrigkeiten. Am Sonnabend, 4.Oktober, versammelten sich vor dem Yachthafen in Wedel zwei Boote, um gemeinsam dem angekündigten Programm Folge zu leisten und „Geschwader“ zu fahren.

Ein dritter Teilnehmer, dessen Name dem Chronisten entfallen ist, hatte den Wetterbericht gehört und erklärte, dass er bei 8 – 9 Windstärken mit Orkanböen nicht zu segeln pflegt. Die anderen beiden hatten den Wetterbericht nicht gehört und meinten, bis Glückstadt würden sie es schon noch schaffen und banden ein Reff ein. Dann kam pünktlich um 10 Uhr das Startsignal von „TURBEMUS“. Der Wind hatte fünf Beaufort aus West im Repertoire, aber es dauerte nicht lange, da zeigte er eine leichte Tendenz nach Süden, so dass man anliegen konnte. Er ließ sogar etwas nach, was zum Ausreffen verführte. Das war allerdings zu früh.

Am Schwarztonnensand blies er heftiger als zuvor, doch nun meinten die Teilnehmer, abermaliges Einreffen lohne sich nicht mehr und knüppelten durch. Beim Einlaufen in den Glückstädter Hafen materialisierte sich ersten Anzeichen zum Trotz dennoch ein „richtiges“ Geschwader. Einige waren früher losgefahren, einige später, einige schon am Vortag, und einige kamen aus anderen Richtungen. So wurden es schließlich an die 15 SVAOe-Yachten, die dem Ruf zum Absegeln gefolgt waren, ein angesichts der Wetterprognosen gar nicht so schlechtes Ergebnis. Das Wetter war nun allerdings nicht zum Im-Cockpit-Sitzen und Steg-Geplauder sondern feucht und windig. Man verkroch sich unter Deck, kochte etwas Warmes und bereitete sich durch ein Nickerchen auf das Fest des Abends vor. Am Nachmittag sah man dann noch weitere SVAOe-er eintrudeln, die es sich nicht hatten nehmen lassen, mit dem Auto oder der Bahn anzureisen und nun Gastfreundschaft in den Booten suchten und sich Sherry anbieten ließen.

Als „Tagungsort“ war vom Festausschuss wie in den letzten Jahren die „Alte Oper“ ausgewählt. Da sie weder für Musik- noch für Gaumenfreunde Besonderes bietet, aber sonst ein trefflicher Platz für lockere Zusammenkünfte ist, zeigte sich auch hier die kennzeichnende Eigenschaft der SVAOe-er: bloß kein Geschwader, aber hinterher mit vollem Einsatz dabei sein. Die Bowlingbahn im Opernsaal wurde bis Mitternacht von jung und alt eifrig genutzt, und am deftigen Tresen, unter Walwirbeln, präparierten Fischköpfen und staubigen Netzen wurde gezecht und geklönt. Eine durchweg gemischte Segelsaison wurde aufgearbeitet und fand ihren Abschluss. Übrigens: erfreulicherweise war die Jugend stark vertreten, und da es der sportliche Teil der Jugend war, vorwiegend beim Bowlen. Das ist Eggert Schütt und Rosi zu verdanken, die ihre „PHILOMENA“ und die neue „COOL RUNNINGS“ zur Verfügung gestellt hatten, was ein neuer und zukunftsweisender Trend in der SVAOe ist.

Nachts sollen dann tatsächlich die angekündigten Orkanböen über die Elbe gezogen sein, wie diejenigen berichteten, die vorher nicht so viel Bier getrunken hatten. Jedenfalls herrschte am Sonntag richtiges Sauwetter. Wehte es vormittags mit 6 – 7 Bft. aus Süd und regnete ununterbrochen, so hatte es nachmittags um zwei zu Niedrigwasser, als alle aufbrechen wollten, kaum nachgelassen. Unter kleinsten Segeln zog alles nach Hause. Zum Glück drehte der Wind ein wenig westlich, so dass ein Anlieger herauskam, und er ließ sogar ein wenig nach. Aber im nächsten Jahr werden wir das Schlechte vergessen haben. Es war eben Absegeln. Da sollte man dabei sein.