Elbe-Auftakt 2009 Drucken

Elbe-Auftakt_09Abwechslungsreiche Windbedingungen auf der ersten Elbe-Regatta des Jahres. Ein guter Auftakt für die Saison. Hier die icon Ergebnisse. Und hier ein Bericht von Marcus Boehlich (jetzt mit Bildern am Schluss!):

Elbe-Auftakt Regatta 2009 – Pech für IMX

Am Sonnabend, dem 25.4.2009, hatten sich die üblichen

Verdächtigen in der üblichen Anzahl (38 Meldungen, nur eine Jolle war nicht gekommen) morgens um 9:30 vor dem Hamburger Yachthafen eingefunden, um die Regattasaison der Dickschiffe wie üblich mit der Elbe Auftakt Regatta zu beginnen.

Bei frischen Temperaturen lachte die Sonne von einem blauen Himmel, dazu wehte ein ebenso frischer Ostwind. Zuerst gingen die kleinen Boote über die Linie, 10 Minuten später die großen. Warum gab es keine Startbegrenzungstonne? Dazu habe ich immerhin eine Vermutung. Telefongespräch mit Ratte am Vorabend: Alter, morgen ist kein Wind! Red keinen Blödsinn, der Wind ist eben erst in der Dunkelheit runtergegangen, morgen ist Wind. Naja, ich muss sowieso erst die Tonne aus dem Schapp holen und noch aufblasen. Dann fahr mal ein bisschen früher los, sonst schaffst du das nicht. Alles klar, kein Problem. Soweit das Gespräch, aber ich vermute, er hat es zeitlich nicht geschafft. So wurde die Starttonne durch Kay´s Anna ersetzt, was bei einem Spinnakerstart nicht risikolos ist. Das erste Drama spielte sich aber noch vor dem Start ab, als sich bei Kai Neumanns IMX-38 „Roxy“ die Rutscher des Großsegels von demselben lösten und er wieder in Hafen zurückkehren musste. Das zweite folgte sogleich nach dem Start, als Klaus Pein seine Albin Express vor der Wedeler Au auf den Sand setzte und ohne Motor nicht wieder frei kam. Ich selbst habe auf der IMX-40 „Pax“ meines Schwagers Klaus-Uwe Stryi gesegelt, die Dank ihres Geschwindigkeitspotentials einmal durch das ganze Feld gesegelt ist. Nur Karsten Witts „Gunvoer XL“ war am Ende etwas schneller. Auf dem Weg zur Wendetonne 100 bei Pagensand waren einige Fahrwassertonnen an Backbord zu lassen, was bis auf eine Luffe alle getan haben. Der Skipper hat Besserung gelobt. Nach der Wendetonne war die Gemütlichkeit vorbei und es ging hoch am Wind zur Twielenfleth Reede. Der Wind frischte auf, maximal haben wir 27 Knoten Wind auf der Anzeige gesehen, und so konnte man einige Boote aus dem Ruder laufen sehen. Leider auch unseres. Der Großschottrimmer stand mit seiner Winsch auf Kriegsfuß und mochte nicht in der nötigen Geschwindigkeit fieren. Da es gegen die Tide ging fuhr man allgemein im Flachen und viele haben die Veränderungen des Grundes der Elbe über den Winter mit dem eigenen Kiel ausgemessen. Es sind zu viele um sie hier aufzuzählen, aber alle kamen unter Segeln wieder frei. Wer die Schleife vor Twielenfleth überstanden hatte (warum klappen die Spinnaker-Manöver eigentlich im Frühjahr immer nicht?) und auf ein kleineres Vorsegel gewechselt hatte, konnte in Ruhe ins Ziel vor den Yachthafen kreuzen, vorausgesetzt der Großschottrimmer … Wir kamen als zweiter an, was nicht hätte sein müssen, aber OK war.

Nachzutragen ist, dass Wettfahrtleiter Lui in weiser Voraussicht die Jollen nicht gestartet hatte.  Berechnet waren die kleinen Boote vorne, allen voran die Folkeboote. Hier ist besonders das Folkeboot „Die Olle“ (Maziull, SCOe) zu nennen, das diese Wettfahrt über alles gewonnen hat. Die Herrschaften segelten ihre erste Regatta!

Am Sonntag (es gab eine Starttonne!) ging es bei wieder strahlendem Sonnenschein aber flauschigen 2-3 aus NO auf die Bahn. Waren die Starts am ersten Tag noch verhalten, kam es hier im ersten Start zu 3 Frühstartern, von denen nur „Fonty“ sich bereinigte. „For Fun“ und „Brown Sugar“ hatten so nur einen schönen Segeltag, wobei dies besonders „Brown Sugar“ geärgert haben dürfte, denn dieser versemmelte so seine Chance auf den Gesamtsieg. Vor dem Wind bis zu den Hochspannungsmasten rannte „Pax“ dem Rest des Starts davon, nur die neue „Finesse“ (Haufe, NRV) war unter Gennaker schneller. Nach der Wendetonne ging es wieder im Flachen am Fährmannssand zurück und in die Hahnöfer Nebenelbe mit den schon für den Vortag beschriebenen Effekten. In der Nebenelbe wurde es dann richtig flach und so kam „Pax“, obwohl schon wieder in Richtung Fahrwasser gewendet, auf einem kleinen Berg so fest, dass sie selbst mit Motor nicht wieder frei zu bekommen war. Da wir in dieser Situation nur 2 Boote des Feldes vor uns hatten, fuhren nahezu alle zweimal an uns vorbei und sparten nicht mit Kommentaren in meine Richtung! Vielleicht sollte man erwähnen, dass die IMX-40 2,40 m tief geht und die Elbe nach dem tagelangen Ostwind ein sehr niedriges Niedrigwasser hatte, so dass es für die großen Boote hinter dem Sand nicht einfach war zu kreuzen. Das musste auch Kai Neumann mit der IMX-38 erfahren, der sich in Sichtweite ebenfalls zur Ruhe legte. Pech für IMX! Über den Rest kann ich wenig sagen, aber soweit ich sehen konnte, lief alles undramatisch ab. Spannend wurde es noch ganz zum Schluss, als der Vortagessieger „Die Olle“ es gerade noch 3 Sekunden vor Ende des Zeitlimits ins Ziel schaffte, so dass die „Code 7“ von Götz Friedhoff (SVAOe) als einzige diesem zum Opfer fiel.

Die Preisverleihung vor der „Tonne122“ war gut besucht und wurde den Gewinnern noch durch die Gaben unseres Sponsors Prorainer, die mit dem beliebten SVAOe Regatta Logo bestickt waren, versüßt. Gesamtsieger wurde das Folkeboot „Fun“ der Gebrüder Pollähn (SVAOe). Dass ich eben diesen Preis wegen eines Murkses in der ersten Ausgabe des Jahres des Regattaprogramms an „Hille Hex“ vergeben habe, möchte ich nicht weiter kommentieren. Der Fehler ist inzwischen bereinigt.

 

Fazit: Ein schönes Segelwochenende aber – Pech für IMX!