Nach Polen und ins Baltikum Drucken

Von Götz-Anders Nietsch: Natürlich war es seit 1993 noch nie richtig schwierig, nach Polen oder ins Baltikum zu segeln. Aber es machte einige Unannehmlichkeiten. Einklarieren, Crewlisten, bewachte Häfen, Ausklarieren, peinliche Fragen nach Feuerwaffen u.s.w. Das gehört seit 2008 der Vergangenheit an. Diese Länder gehören seit dem 21.12.2007 dem Schengenabkommen als Vollmitglieder an. Und sie verhalten sich wie die anderen an der Ostsee gelegenen Mitglieder, also Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland: Einreise und Ausreise in jedem beliebigen Hafen ohne Formalitäten. Natürlich muss man die üblichen Reisedokumente dabei haben: Personalausweis, internationaler Bootsschein, Europäischer Feuerwaffenpass für die Signalpistole. Aber es fragt keiner danach. Es sei denn, man unterliegt einer der gelegentlichen, stichprobenartigen Kontrollen.

Nun glaube keiner, dass die Einreise nicht überwacht wird. Man sieht in Molennähe durchaus Personen im Pkw mit Ferngläsern, die sie auf die einkommenden Yachten richten. Das gehört aber zur Pflicht bei Grenzbehörden und ist bei uns auch nicht anders. Allerdings kamen Uniformierte nicht in unsere Nähe. Die Hafenmeister wollen aber stets genau wissen und schreiben es auf, wo man herkommt und wohin die Reise geht. Auch das tut uns nicht weh und dient der Sicherheit. Außerdem scheint es gern gesehen zu sein, wenn man das Ein-und Auslaufen beim Hafen-"Kapitanat" auf UKW meldet. Jeweiliger Kanal im Jachtfunkdienst. Aber das machen längst nicht alle, wie wir beobachtet haben und wird wohl im Laufe der Zeit gänzlich entfallen.

Allerdings: Wenn ein Crew-Mitglied Nicht-EU-Bürger ist, würde ich immer bei der Grenzpolizei Bescheid sagen. Wahrscheinlich ist es sogar Pflicht.

Polen und das Baltikum sind wunderschöne Länder. Es gibt viel und für uns Westler Neues zu sehen. Wir haben nur Freundlichkeit erlebt. Lesen Sie mal einen unserer Fahrtenberichte!